1000 Little Things:

Wenn Umwege zum Ziel führen

Manchmal liegt das Schönste gar nicht auf der geplanten Strecke

Eigentlich wollten wir ganz woanders hin.

Das Navi hatte eine klare Meinung dazu, wo wir abbiegen sollten. Wir offenbar eine andere. Irgendwann wurde die Straße schmaler, die Umgebung unbekannter und ziemlich schnell war klar: Das hier war ganz sicher nicht der geplante Weg.

Ärgerlich?

Für einen Moment vielleicht.

Bis plötzlich hinter der nächsten Kurve eine Aussicht auftaucht, für die wir freiwillig vermutlich einen ziemlich großen Umweg gefahren wären. Oder ein kleines Café, das wir ohne unsere unfreiwillige Exkursion niemals entdeckt hätten.

Und auf einmal ist die falsche Abzweigung gar nicht mehr so falsch.

Solche Situationen sind kleine Glücksmomente im Alltag. Nicht, weil wir uns verfahren haben, sondern weil uns der Umweg etwas gezeigt hat, das auf unserer ursprünglichen Route gar nicht vorgesehen war.

Wir mögen den direkten Weg – aber auch Umwege führen zum Ziel

Von A nach B. Möglichst schnell, möglichst unkompliziert und am besten ohne Baustelle dazwischen.

Nicht nur beim Autofahren.

Auch für viele andere Dinge im Leben haben wir ziemlich genaue Vorstellungen davon, wie der Weg aussehen sollte. Schule, Ausbildung, Beruf. Vielleicht irgendwann die eigene Familie. Ein bestimmtes berufliches Ziel. Die große Reise, auf die wir sparen. Das Haus, das wir irgendwann kaufen möchten. Wir machen Pläne, setzen uns Ziele und arbeiten darauf hin.

Und daran ist überhaupt nichts verkehrt.

Nur hat das Leben die etwas lästige Angewohnheit, unsere sorgfältig geplanten Routen nicht immer zu kennen.

Plötzlich ist da eine Baustelle.

Eine Tür bleibt zu, obwohl wir ziemlich sicher waren, dass sie sich öffnen würde. Ein Plan funktioniert nicht. Wir müssen neu überlegen, abbiegen oder sogar ein Stück zurückgehen.

In diesem Moment fühlt sich das selten nach Glück an.

Manchmal ändert sich das erst viel später.

Manche Umwege erkennt man erst im Rückspiegel

Es gibt diese Geschichten, bei denen im Nachhinein alles wunderbar zusammenpasst:

  • Der verpasste Zug, durch den sich zwei Menschen kennenlernen.
  • Die Wohnung, die man nicht bekommen hat – und die dazu führt, dass man später eine viel schönere findet.
  • Der Job, für den man eine Absage kassiert, bevor sich eine Möglichkeit ergibt, die viel besser zu einem passt.
 

Solche Geschichten mögen wir. Vermutlich auch deshalb, weil sie einem Umweg im Nachhinein einen Sinn geben. Erst mit etwas Abstand erkennen wir manchmal, dass Umwege zum Ziel führen können – auch wenn wir unterwegs noch keine Ahnung hatten, wohin uns die neue Strecke eigentlich bringen würde.

Aber meistens ist es weniger spektakulär. 

Vielleicht lernen wir unterwegs jemanden kennen, der uns Jahre später noch begleitet. Entdecken ein Hobby, auf das wir sonst nie gekommen wären. Lernen etwas, von dem wir damals überzeugt waren, dass wir es niemals brauchen würden.

Oder wir stellen irgendwann einfach fest:

So hatte ich das zwar überhaupt nicht geplant. Aber eigentlich bin ich ganz gerne hier.

Vielleicht ist genau diese Erkenntnis einer dieser kleinen Glücksmomente, die wir viel zu selten bemerken.

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Ein Umweg ist nicht automatisch ein Irrweg

Dabei sollten wir uns nichts vormachen: Nicht jede falsche Abzweigung führt zu einem traumhaften Aussichtspunkt.

Manche führt einfach nur fünf Kilometer in die falsche Richtung.

Und genauso ist es im Leben.

Es gibt Entscheidungen, die wir im Nachhinein anders treffen würden. Wege, die tatsächlich nirgendwohin geführt haben. Dinge, in die wir viel Zeit gesteckt haben, obwohl sie nicht funktioniert haben.

Wir müssen daraus nicht zwanghaft eine wunderbare Fügung machen.

Ein Umweg darf auch einfach ein Umweg gewesen sein.

Trotzdem war die Zeit nicht zwangsläufig verloren.

Vielleicht wissen wir danach genauer, was wir nicht wollen. Vielleicht können wir etwas, das wir vorher nicht konnten. Vielleicht würden wir heute eine bestimmte Entscheidung anders treffen, gerade weil wir damals die falsche getroffen haben.

Auch das kann etwas wert sein.

Das Ziel darf sich unterwegs verändern

Vielleicht steckt hinter unserer Abneigung gegen Umwege noch etwas anderes.

Wir gehen davon aus, dass das Ziel feststeht.

Was aber, wenn wir unterwegs feststellen, dass wir dort gar nicht mehr hinwollen?

Menschen verändern sich. Wünsche tun es auch.

Ein Ziel, das mit 25 vollkommen richtig erschien, muss mit 35 oder 50 nicht mehr passen. Manchmal halten wir trotzdem daran fest, einfach weil wir schon so lange unterwegs sind.

Dabei kann eine ungeplante Abzweigung auch die Gelegenheit sein, sich einmal umzusehen.

Will ich eigentlich noch dorthin, wo ich ursprünglich hinwollte?

Vielleicht lautet die Antwort ja.

Dann geht es eben auf einer anderen Strecke weiter.

Vielleicht lautet sie aber auch: eigentlich nicht.

Dann war der vermeintliche Umweg womöglich der Moment, in dem wir angefangen haben, ein neues Ziel zu suchen.

Und manchmal ist der Umweg selbst der Glücksmoment

Wir müssen allerdings gar nicht immer gleich das ganze Leben bemühen.

Manchmal ist ein Umweg einfach nur schön.

Der kleine Pfad beim Spaziergang, den wir noch nie genommen haben.

Die Landstraße statt der Autobahn.

Ein unbekanntes Viertel, durch das wir im Urlaub schlendern, weil wir irgendwo falsch abgebogen sind.

Der Weg durch den Park statt der kürzesten Strecke nach Hause.

Vielleicht entdecken wir dabei nichts, was unser Leben verändert.

Nur einen schönen Garten. Einen kleinen Buchladen. Eine Bank in der Sonne. Einen besonders alten Baum. Eine Aussicht, die wir noch nicht kannten.

Das reicht doch eigentlich.

Denn vielleicht besteht das Glück eines Umwegs manchmal gerade darin, für einen Moment nicht genau zu wissen, was hinter der nächsten Kurve wartet.

Finley's Gedanke des Tages:
Nicht jede falsche Abzweigung ist gleich ein Fehler. Manchmal entdecken wir gerade dort etwas, das auf der geplanten Strecke gar nicht auf uns gewartet hätte.
Das kleine Eichhörnchen Finley, unser offizieller Geschenkesammler
Finley
Geschenkesammler

Auch Umwege führen zum Ziel

Nicht immer zum ursprünglich geplanten.

Nicht immer auf die schönste Art.

Und ganz sicher nicht immer so schnell, wie wir es gerne hätten.

Aber wenn wir irgendwann zurückblicken, stellen wir manchmal fest, dass ausgerechnet die ungeplanten Strecken zu unserer Geschichte gehören.

Vielleicht würden wir heute sogar auf einiges verzichten müssen, wenn damals alles exakt nach Plan gelaufen wäre. Auf einen Menschen, den wir kennengelernt haben. Auf einen Ort, den wir entdeckt haben. Auf eine Erfahrung, die uns verändert hat. Oder einfach auf die Erinnerung an diesen einen Nachmittag, an dem wir falsch abgebogen sind und hinter der nächsten Kurve plötzlich diese unglaubliche Aussicht vor uns lag.

Dann dürfen wir ruhig einen Moment stehen bleiben und denken:

 

Gut, dass wir damals nicht den direkten Weg genommen haben. Was für ein Glücksmoment.

Noch mehr kleine Glücksmomente entdecken

Das Leben steckt voller kleiner Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern – wir müssen sie manchmal nur bemerken. In unserer Sammlung 1000 Little Things findest Du noch mehr kleine Glücksmomente, schöne Gedanken und unscheinbare Dinge, die einen ganz normalen Tag ein bisschen besser machen.

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