Feierabend. Endlich. Der Kaffee steht auf dem Tisch, draußen scheint die Sonne und eigentlich wäre jetzt genau der richtige Moment, einfach zehn Minuten sitzen zu bleiben.
Eigentlich.
Denn da ist noch die Nachricht, die wir schnell beantworten könnten. Die Waschmaschine ist auch fertig. Und wenn wir schon das Handy in der Hand haben, können wir genauso gut noch kurz schauen, was es Neues gibt. Zehn Minuten später ist der Kaffee kalt und von der kleinen Pause nicht mehr besonders viel übrig.
Kommt Dir bekannt vor?
Dabei sind es oft genau diese unscheinbaren Genussmomente im Alltag, die einen ganz normalen Tag ein bisschen schöner machen können. Wir müssen dafür weder in den Urlaub fahren noch einen Tisch im teuersten Restaurant der Stadt reservieren. Wir müssten uns nur erlauben, sie tatsächlich zu genießen.
Diesen Satz haben vermutlich die meisten von uns irgendwann einmal gehört. Und grundsätzlich ist ja auch nichts dagegen einzuwenden, erst etwas zu erledigen und sich anschließend darauf zu freuen, die Füße hochzulegen.
Problematisch wird es nur, wenn das Vergnügen irgendwie nie an die Reihe kommt.
Denn fertig sind wir schließlich nie. Ist die Arbeit erledigt, wartet der Haushalt. Danach müsste man eigentlich noch einkaufen. Ein paar E-Mails wären auch noch zu beantworten und irgendetwas ist sowieso immer.
Wer darauf wartet, dass wirklich alles erledigt ist, bevor er sich etwas Schönes gönnt, kann unter Umständen ziemlich lange warten.
Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur die großen Auszeiten planen, sondern ganz bewusst mehr Genussmomente im Alltag zulassen. Nicht irgendwann, wenn alles erledigt ist, sondern mittendrin.
Bei Genuss denken wir schnell an gutes Essen, ein Glas Wein oder einen Wellnessurlaub. Dabei kann sich Genuss überall verstecken.
Das Schöne daran: Für die meisten dieser Genussmomente im Alltag brauchen wir weder viel Geld noch besonders viel Zeit.
Wir müssen sie nur bemerken.

Mehr LEBENSFREUDE, ACHTSAMKEIT und SELBSTBEWUSSTSEIN – Glücklichsein ist Übungssache. Mit diesem Journal Buch findest du heraus, was dich glücklich macht – und holst durch tägliches Journalingmehr davon in dein Leben. Mach dein Wohlbefinden zur Priorität. Mit dem beliebtesten Dankbarkeitstagebuch der Welt!
27,90€
Ein Stück richtig gute Schokolade essen, während gleichzeitig der Fernseher läuft, Nachrichten auf dem Handy aufploppen und wir gedanklich schon beim morgigen Termin sind?
Kann man machen.
Nur besonders viel bekommt man von der Schokolade vermutlich nicht mit.
Genießen funktioniert am besten, wenn wir tatsächlich bei dem sind, was wir gerade tun. Das klingt banal, ist im Alltag aber gar nicht so selbstverständlich.
Vielleicht muss deshalb nicht jede kleine Pause gleich zur großen Achtsamkeitsübung werden. Es reicht manchmal schon, das Handy für fünf Minuten liegen zu lassen.
Den Kaffee trinken und nur den Kaffee trinken.
Das Lied hören und nur zuhören.
Am See sitzen und nicht gleichzeitig überlegen, welches Foto davon sich am besten posten lässt.
Das klingt nach wenig. Und genau das ist der Punkt.
Es gibt noch einen anderen Grund, warum Genuss nichts mit Überfluss zu tun hat.
Stell Dir Deine absolute Lieblingspizza beim Lieblingsitaliener vor. Knuspriger Boden, genau der richtige Belag – und schon beim Gedanken daran bekommst Du Hunger.
Und jetzt stell Dir vor, Du würdest genau diese Pizza jeden einzelnen Abend essen.
Montag: fantastisch.
Dienstag: immer noch ziemlich gut.
Nach zwei Wochen?
Vermutlich würdest Du langsam anfangen, von Kartoffeln zu träumen.
Was wir jederzeit und unbegrenzt haben können, verliert schnell einen Teil seines Reizes. Gerade das Besondere, das gelegentliche Sich-etwas-Gönnen und die Vorfreude gehören zum Genuss dazu.
Deshalb muss ein Genussmoment auch nicht möglichst groß sein. Manchmal ist ein einziges richtig gutes Stück Schokolade schöner als eine ganze Tafel, die nebenbei verschwindet.
Vielleicht liegt die eigentliche Schwierigkeit aber an einer ganz anderen Stelle.
Wir sind erstaunlich gut darin, uns selbst Gründe zu liefern, warum jetzt gerade nicht der richtige Zeitpunkt für eine Pause ist.
Und schon ist wieder ein Tag vorbei.
Genuss bedeutet deshalb manchmal tatsächlich, eine kleine Entscheidung zu treffen: Jetzt mache ich für einen Moment nichts Produktives. Jetzt muss aus diesen zehn Minuten kein Ergebnis entstehen.
Ich genieße sie einfach.
Oder, wie es der österreichische Schriftsteller Eduard von Bauernfeld formulierte:
Das ist weder faul noch verschwenderisch. Es ist ein kleiner Teil des Lebens, der nicht erst beginnen sollte, wenn irgendwann einmal die komplette To-do-Liste abgearbeitet ist.
Vielleicht ist heute ein guter Tag, einmal darauf zu achten.
Was genießt Du wirklich?
Den ersten Kaffee, wenn das Haus noch ruhig ist? Eine heiße Dusche nach einem langen Tag? Den Geruch von Regen? Musik im Auto? Frisches Brot mit Butter? Eine halbe Stunde mit einem Buch? Oder diesen ganz bestimmten Platz draußen, an dem Du wunderbar nichts tun kannst?
Die Antwort wird für jeden anders aussehen. Und genau das macht diese kleinen Momente so besonders.
Vielleicht brauchen wir nämlich gar nicht mehr schöne Dinge in unseren Alltag zu packen.
Vielleicht sollten wir die schönen Dinge, die längst da sind, einfach wieder ein bisschen mehr genießen.
Was für ein Glücksmoment.
Das Leben steckt voller kleiner Dinge, die uns ein Lächeln ins Gesicht zaubern – wir müssen sie manchmal nur bemerken. In unserer Sammlung 1000 Little Things findest Du noch mehr kleine Glücksmomente, schöne Gedanken und unscheinbare Dinge, die einen ganz normalen Tag ein bisschen besser machen.
Auf dieser Seite verwenden wir sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über einen dieser Links einkaufst, erhalten wir eine kleine Provision – für dich entstehen dabei selbstverständlich keine zusätzlichen Kosten. So unterstützt du unsere Arbeit und hilfst uns, weiterhin inspirierende Inhalte für dich zu erstellen. Näheres zu Affiliate-Links findest du auch hier.